
Elitenkontinuität und Politik in der Dritten Welt. Die Beziehungen von Deutschem Reich und Bundesrepublik Deutschland mit Iran, China/Taiwan und Südafrika (von 1933 bis zum Beginn der 1980er Jahre) Band 3
Harald Möller
ISBN 978-3-8325-5905-2
676 pages, year of publication: 2025
price: 59.50 €
Elitenkontinuität und Politik in der Dritten Welt. Die Beziehungen von Deutschem Reich und Bundesrepublik Deutschland mit Iran, China/Taiwan und Südafrika (von 1933 bis zum Beginn der 1980er Jahre) Band 3
Rezension: "Durch diese akribische Zusammenstellung von Quellentexten, Fallstudien und biographischen Skizzen gelingt Möller mit dem vorliegenden dritten Band ein gewichtiges Kompendium, das den Blick für die Motivationen, Kontinuitäten und Brüche deutscher Außenpolitik bis zu Beginn der 1980er-Jahre schärft und eine differenzierte Analyse der Beziehungen Deutschlands zu großen Staaten des Globalen Südens ermöglicht. Deutlich zu Tage treten dabei sowohl persönliche Agenden einzelner Akteure als auch diplomatische Kurswechsel und differente geopolitische Konjunkturen im Laufe der Jahrzehnte, deren gemeinsamer Nenner freilich stets die Asymmetrie globaler Machtverhältnisse blieb.” In: C3 www.centrum3.at/medientipps/elitenkontinuitaet-und-politik-in-der-dritten-welt, Datum des Zugriffs: 30.9.2026 Inhalt: "Oben" in wichtigen Institutionen und Organisationen der jungen Bundesrepublik saßen Männer (keine Frauen), die zu einem hohen Prozentsatz bereits im NS-System "oben" gesessen hatten, in den zweiten, dritten und vierten Reihen der Entscheidungsträger. Was ergab sich aus dieser Elitenkontinuität für die Politik?
Diese Frage wird anhand der Beziehungen von Deutschem Reich und Bundesrepublik mit drei Ländern des globalen Südens analysiert — nämlich China/Taiwan, Iran und Südafrika. Gezeigt wird, dass es zwar einen Bruch mit dem imperialen Größenwahn, dem Rassismus und den Kolonialphantasien des NS-Systems gegeben hat. Nachwirkungen der früher verfolgten Politiken lassen sich jedoch auch zeigen. So gab es zeitweilig eine geheime Ausbildungshilfe für das taiwanesische Militär. Außerdem wurde gegenüber der Apartheidpolitik der Südafrikanischen Union, die ein ausgesprochen rassistisches Projekt verfolgte, anfangs eine begünstigende Position bezogen, die im Grunde auf indirekte Unterstützung des Apartheidregimes hinauslief. Schließlich wurde im Iran v.a. ab dem Beginn der 1960er Jahre das Kaiserlich-Iranische Arsenal mit deutscher Hilfestellung ausgebaut. Dort wurden die Hauptschützenwaffen der Bundeswehr in Lizenz nachgebaut. Eingesetzt wurden diese Waffen dann v.a. im Krieg Irak-Iran zwischen 1980-1988.
Diese Beispiele zeigen, dass es trotz eines Bruchs mit dem imperialen Größenwahn des Nationalsozialismus auch Nachwirkungen gegeben hat, die in diesem Band der Serie intensiver anhand von Originaldokumenten und weiterer Ausarbeitungen vorgestellt werden.








